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Die Meridiane der 5 Wandlungsphasen

Shiatsu- MeridianeDie Meridiane sind nach der TCM (traditionelle Chinesische Medizin) mehr oder weniger fest definierte Energiebahnen im und am Körper, durch welche unsere Lebensenergie, das Ki (oder Chi, oder Qi) fließt und die verschiedenen Systeme des Körpers und des Geistes mit dieser Lebensenergie versorgt.

In der TCM gibt es zwölf Hauptmeridiane, die jeweils links und rechts im und am Körper spiegelsymetrisch verlaufen. Zwei weitere Meridiane laufen auf der Vorder- und Rückseite des Körpers genau in dessen Spiegelachse. Jeder Meridian ist einen bestimmten Bereich des Körpers zugeordnet, zu dem auch jeweils ein Organ und Organsystem gehört. Anders als in der westlichen Medizin ist dabei nicht das Organ selber gemeint sondern vielmehr ein komplexes Energiesystem, dessen Bestandteil eines unserer Organe ist, welches von dieser Meridianenergie versorgt wird und umgekehrt.

Die Meridiane sind in jeweils 6 Yin- und 6 Yang-Meridiane unterteilt, wobei jeweils ein Yin- und ein Yang-Organ dem Meridian-Element (Holz, Erde, Feuer, Metall und Wasser) zugeordnet ist (die 5 Elemente oder Wandlungsphasen). Jedem Element sind dabei 2 Meridiane zugeordnet, wobei das Element Feuer die Ausnahme mit 4 Meridianen bildet.

Ist eines dieser Meridiansysteme gestört, sei es durch Mangel oder Überschuss an Energie, manifestiert sich dies in physischen und auch psychischen Problemen. Durch gezielte Stimulation des entsprechenden Meridianes kann der Energiefluss wieder ins Gleichgewicht gebracht werden und somit das Leid das durch das Ungleichgewicht entstanden ist, gelindert oder beseitigt werden. Dies ist das Grundprinzip von Shiatsu und vieler anderer Techniken, wie Akupunktur, Akupunktmassage und weiterer Akupunkt-Techniken.

Es gibt bis heute keinen wissenschaftlichen Nachweis für die Existenz der Meridiane, doch angesichts der Tatsache, dass der Verlauf der Meridiane so unterschiedlich sein kann, wie der Mensch selber, ist dies nicht weiter verwunderlich. Den Verlauf eines Meridians zu erspüren ist daher das Grundwerkzeug eines jeden erfolgreichen Therapeuten, der sich damit befasst.

Alle bildlichen Darstellungen der Meridiane sind daher ehr Anhaltspunkte als feste Vorgaben, was den Verlauf und die Positionen der Meridiane angeht und man sollte stets darauf gefasst sein, dass ein Meridian, der bei Person A sehr gut zu erspüren ist, bei Person B an dieser Stelle gar nicht existent ist oder zumindest davon abweicht.

Die Meridiane im Einzeln:

Die Meridiane sind, je nach Yin- oder Yang-Charakter bestimmten Organen oder Organsystemen zugeordnet und tragen zumeist dessen Namen. Es wird unterschieden zwischen:

Leber-Meridian (Element Holz)
Gallenblasen-Meridian (Element Holz)
Milz/Pankreas-Meridian (Element Erde)
Magen-Meridian (Element Erde)
Herz-Meridian (Element Feuer)
Perikard-Meridian (Element Feuer)
Dünndarm-Meridian (Element Feuer)
Dreifach-Erwärmer-Meridian (Element Feuer)
Lungen-Meridian (Element Metall)
Dickdarm-Meridian (Element Metall)
Nieren-Meridian (Element Wasser)
Blasen-Meridian (Element Wasser)

Des weiteren gibt es noch zwei „Spezialmeridiane“ welche sich auf der Körpermitte befinden und als „Konzeptionsgefäß“ und „Gouverneurs- oder Lenkergefäß“ bezeichnet werden.

Neben den Meridianen gibt es noch eine Reihe von speziellen Zonen und Punkten, welche einem bestimmten Meridian zugeordnet sind (sogenannte Diagnose-Punkte und/oder –Zonen).

Auf den Meridianen (und um diese herum) befinden sich eine Reihe unterschiedlicher Punkte, den sogenannten Tsubos oder auch Akupunkturpunkte genannt. Diese wiederum spiegeln die verschiedensten Funktionen wieder, die sich auf das dem Meridian zugeordneten Organsystem beziehen und dieses unterstützen und manipulieren können. Dabei ist es unerheblich, ob diese Punkte mit deinen Gegenstand wie z.B. einer Nadel, oder mit einem Körperteil wie Daumen, Finger oder Knie bearbeitet werden. Das Ziel ist es stets, die Energie an diesem Punkt zu regulieren und die ihm zugeordneten „Effekte“ auszulösen.

Der traditionelle Verlauf der Meridiane, in der fernöstliche praktizierten Variante, nach Namikoshi unterscheidet sich ein wenig von dem Meridiansystem, welches im Westen bevorzugt wird und welches von Masunaga geprägt wurde. Masunage hat die teilweise sehr komplizierten „Windungen“ mancher Meridiane „begradigt“ und sie so verlängert, dass sie stets von einer Fingerspitze bis zu einer Zehenspitze reichen.

Während im asiatischen Raum hauptsächlich nach Namikoshi gelehrt und gelernt wird, wird im Westen der Verlauf der Masunaga-Meridiane bevorzugt übernommen und zur Anwendung gebracht.

Im Gegensatz zu anderen Techniken, werden bei Shiatsu nicht nur spezielle Punkte auf den Meridianen behandelt, sondern zumeist der Meridian als Ganzes, wobei der Begriff „Tsubo“ stets einen beliebigen Punkt auf einen Meridian bezeichnet. Wie auch in der Akupunktur, werden aber natürlich auf bei Shiatsu die speziellen Punkte benutzt, jedoch nicht ausschließlich.

 

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